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Kauschen

Um ein Drahtseil, Kunststoffseil oder auch ein Tauwerk an einem Haken, Bolzen oder ähnlichem schnell und einfach befestigen zu können, erhalten diese am Seilende eine Schlaufe. Weist der Befestigungspunkt einen nur kleinen Durchmesser auf, wird die Schlaufe beim Anspannen des Seils relativ stark geknickt, was sich insbesondere bei Drahtseilen ungünstig auf die Dauerhaftigkeit auswirkt (meist in Form eines Seilbruchs), zumal die übertragbare Zugkraft möglicherweise ebenfalls verringert wird. Um eine zu starke Knickung zu vermeiden (die mit einer abrupten Richtungsänderung der Seilfasern verbunden ist), werden speziell geformte Kauschen aus Stahl eingesetzt, um die das Seil herumgeführt wird. Abgeleitet wird der Begriff Kausche aus dem französischen coche, was übersetzt so viel wie Kerbe bedeutet. Es handelt sich im weitesten Sinne um eine gekerbte Metallöse aus Stahl oder Messing, bei untergeordneten Anwendungen bestehen Kauschen auch aus Kunststoff.

Kauschen werden in das Ende eines Seils oder im seemännischen Bereich in das Ende eines Taues eingebarbeitet und dienen der Verstärkung der Verbindungsstelle. Die oval gebogenen Kauschen verstärken Schlaufen, das Seil schmiegt sich an die gerundeten Stahlformen an, eine zu starke Biegung der Seilfasern wird vermieden. Vor der Kausche wird das zurückgeführte Seilende entweder mit einer speziellen Seilklemme oder bei Tauwerken mit Seilknoten fest am Seil verzurrt.

Sowohl für den Profi- und Heimwerkerbereich als auch für die Seefahrt sind Kauschen in unterschiedlichen Größen und gelegentlich auch aus Kunststoff erhältlich, wobei Kunststoffkauschen jedoch nicht in statisch tragenden Verbindungen eingesetzt werden dürfen. Im Bauwesen dürfen daher nur solche Kauschen verwendet werden, die einer speziellen Norm entsprechen (DIN 3090:1989-08 „Formstahlkauschen für Drahtseile“ bzw. DIN 3091:1988-12 „Vollkauschen für Drahtseile“), wobei die Verbindung des Seilendes ebenfalls nur mit systemzugehörigen Seilklemmen erfolgen darf, um die volle Tragfähigkeit zu erreichen. In den beiden genannten Normen finden sich Angaben zu den Werkstoffen, aus denen die Kauschen hergestellt werden, zu den geometrischen Abmessungen und Formen der Kauschen und auch zu den zulässigen Seilzugkräften, die bei Einhaltung der Normvorgaben möglich sind.

 

In der Norm DIN 3090 heißt es in Abschnitt 6: „Kauschen, die dieser Norm entsprechen, dürfen mit dem Verbandszeichen DIN, jedoch nur in Verbindung mit Kennbuchstaben des Herstellers der Kauschen gekennzeichnet werden. …“ Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Kauschen, die kein Verbandskennzeichen und somit auch keine Herstellerkennzeichnung tragen, nicht den Normvorgaben entsprechen und somit weder für das Aufhängen von statisch wirkenden Lasten noch für maschinelle Hebevorgänge eingesetzt werden dürfen. Im bauordnungsrechtlichen Sinne begeht derjenige eine Ordnungswidrigkeit, der dennoch solche nicht genormten Kauschen für statisch tragende Konstruktionen einsetzt oder einbauen lässt (was wohl in erster Linie den zunächst geringeren Kosten geschuldet ist, da solche im Baumarkt erhältlichen Kauschen in der Regel billiger sind als genormte Kauschen, die meist nur im spezialisierten Fachhandel erhältlich sind).

Die Ösen unterscheiden sich von Kauschen durch ihre kreisrunde Form, zudem finden diese sich in der Regel in regelmäßigem Abstand am Rand von Planen, um diese an Arbeits- oder Schutzgerüsten oder ähnlichem befestigen zu können.

siehe auch:
•    Bolzen
•    Drahtseil
•    Duplexklemme
•    Gewinde
•    Niete
•    Ösen
•    Schrauben
•    Simplexklemme