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Schwarten

Beim Verarbeiten von Baumstämmen zu Balken und Brettern entstehen wegen des mehr oder weniger runden Stammquerschnitts sowie der Abholzigkeit (der Abnahme des Stammdurchmessers mit zunehmender Höhe bzw. Länge des Stamms) Schnittkanten. Die Schwarten entstehen beim Einschneiden des Stamms an den beiden gegenüber liegenden Baumseiten, wenn das mit Parallelschnitten arbeitende Sägegatter nur noch Teile des Stamms streift und somit Waldkanten am Brett zurückbleiben.

 

Je nach Schnittführung werden Rundschwarten mit nur einer Schnittfläche unterschieden (d. h. auf einer Seite der Schwarte bleibt die volle Waldkante des Baumes erhalten) und solche mit zwei Schnittflächen, die dann aber als Brettschwarten (regional auch als Schwartenbretter) bezeichnet werden. Schwartenbretter zeichnen sich dadurch aus, dass die Waldkanten (die oftmals noch Teile der Baumrinde aufweisen) unregelmäßig sind und auch breiter sein können als die äußere schmale Schnittfläche.

 

Durch die unregelmäßige Form und Breite der Schwarten können diese in der Regel nur noch für untergeordnete Zwecke eingesetzt werden. Eine Möglichkeit ist, dass sie als Holzabfall zu Hackschnitzeln zerkleinert und an die Zellstoff- oder Papierindustrie verkauft werden, wo sie dann weiter verarbeitet werden können. Aber auch Spanplatten oder Faserplatten können aus Schwarten hergestellt werden. Durch den zunehmenden Einsatz von regenerativen Energieträgern, wozu auch die heimischen Hölzer zählen, können alle Holzabfälle wie eben die Schwarten zu Holzhackschnitzeln und weiter zu Pellets verarbeitet werden, um diese „veredelten“ Produkte zur Beheizung von Gebäuden zu verwenden.

 

In früheren Zeiten wurden die Schwarten und insbesondere die Brettschwarten auch zur Fassadenverkleidung von Schuppen und Scheunen verwendet, wobei die mehr oder weniger unregelmäßigen Brettformen bei geschickter Wahl der Schwarten durchaus eine reizvolle Gestaltung von ansonsten ungegliederten Fassaden ermöglicht. Deshalb finden sich solche Schwarten auch heute noch gelegentlich an neueren Nebengebäuden, eher selten dagegen an Wohnhäusern. Um zu vermeiden, dass das Wasser in die Wandverschalung eindringt, ist es nahezu unumgänglich, dass die Schwarten vertikal an der Unterkonstruktion angebracht werden, da ansonsten die Gefahr besteht, dass es an den Kontaktstellen zu Wasseranstau und als Folge davon zu relativ schneller Fäulnisbildung und Pilzbefall kommt. Es wird in jedem Falle zweckmäßig sein, eventuell noch vorhandene Baumrinde zu entfernen, da diese ansonsten durch Insekten befallen und als Brutstätte benutzt werden kann.

 

Eine weitere Einsatzmöglichkeit für Schwarten bzw. Brettschwarten ist der Zaunbau, wobei die Einzelbretter auf den Abstand der Zaunpfähle abgelängt und dort mit Nägeln oder Schrauben befestigt werden. Während solche Zäune früher in den landwirtschaftlich geprägten Dörfern durchaus weit verbreitet waren, finden sich solche Zäune heute nur noch gelegentlich und dann meist in Verbindung mit denkmalgeschützten Gebäuden. Ein Zaun aus Schwarten muss, damit er ausreichend dauerhaft ist, von Zeit zu Zeit mit einer offenporigen Lasur oder ähnlichem imprägniert werden, wenn nicht bereits vor der Verwendung bzw. dem Einbau der Schwarten diese im Kesseldruckverfahren imprägniert werden (was aber wegen der damit verbundenen relativ hohen Kosten wohl eher selten der Fall sein wird). Bleiben die Schwarten völlig unbehandelt, ist deren Haltbarkeit entsprechend geringer (besonders dann, wenn noch Teile der Baumrinde an den Schwartenbrettern vorhanden sind), wobei diese dann eben in kürzeren Intervallen gegen neue Schwarten ausgetauscht werden, wenn diese reichlich und preiswert zur Verfügung stehen.

 

Wenn der Querschnitt der im Sägewerk in größeren Mengen anfallenden Schwarten noch ausreichend groß und die Holzqualität gut ist, werden diese nochmals in Längsrichtung in Brettdicke getrennt und besäumt (d. h., es werden die Baumkanten an den Schmalseiten mit der Besäumkreissäge oder Doppelbesäumsäge abgetrennt). Die Schwarten stammen aus den äußeren Stammbereichen, die keine oder zumindest meist nur kleinere Äste aufweisen. Die daraus entstehenden, allseitig besäumten Bretter sind zwar schmaler und meist auch kürzer als die Bretter, die „aus dem Vollen“ geschnitten werden, dafür jedoch oft völlig frei von Ästen. Solche „astreine Seiten“ erzielten und erzielen relativ gute Erlöse, wenn „astreines Holz“ bevorzugt an exponierten oder ausgesuchten Einsatzstellen eingesetzt werden soll.

 

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