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Zweihäuptige Mauer

Eine Zweihäuptige Mauer ist in erster Linie eine frei stehende Natursteinmauer, deren beiden seitlichen Maueroberflächen jeweils sichtbar sind. Haupt, ein überlieferter traditioneller Begriff aus der Steinmetz- und Maurerzunft, beschreibt dabei die sichtbare Wandoberfläche, wenngleich der Begriff Haupt im Sinne von Oberfläche von Bauteilen heute nur noch gelegentlich gebraucht wird, in älterer Baufachliteratur aber noch benutzt wird. Die Zweihäuptige Mauer, die je nach Einsatzzweck deutlich unterschiedlich hoch und auch dick sein kann, findet sich beispielsweise als Friedhofsmauer, als Umfassungsmauer bzw. Festungsmauer von historischen Profanbauten wie Schlössern oder Burgen, als Kirchhofsmauer, aber in jüngerer Zeit auch als Grundstückseinfriedung von repräsentativen Wohnhäusern. In England und Irland dient die Zweihäuptige Mauer auch heute noch als Begrenzung von Weideflächen, wobei auch der Windschutz eine Rolle spielt.

Die Steine der Zweihäuptigen Mauer bestehen in der Regel aus Natursteinen, die unterschiedlich stark bearbeitet sein können. Neben den unbearbeiteten Feldsteinen sind auch solche möglich, die nach einer steinmetzmäßigen Bearbeitung eine mehr oder weniger quaderförmige Grundform aufweisen und sich somit zum Bau von höheren und stabileren Mauern eignen. Die Lagerfugen und Stoßfugen können zudem vermörtelt sein, was insbesondere bei Burgen, Schlössern, Kirchen und Friedhöfen häufiger der Fall ist. Nach der verbreiteten Verfügbarkeit von gebrannten und damit relativ haltbaren Ziegelsteinen sind auch Zweihäuptige Mauern vollständig in Ziegelbauweise errichtet worden oder solche, die teils aus Ziegeln und teils aus Natursteinen hergestellt worden sind, die damit als frühe Form des Mischmauerwerks gelten.

Zur Verbesserung der Dauerhaftigkeit (Schutz gegen Witterungseinflüsse) wurde und wird die Zweihäuptige Mauer oftmals mit Mauerabdeckungen unterschiedlicher Art und Form versehen. Meist verwendete man großformatige Natursteinplatten, um die Anzahl der Stoßfugen möglichst gering zu halten. Ein seitlicher Überstand verringerte je nach Breite des Überstands zudem die direkt Wasserbeanspruchung auf die Wandoberflächen, da bereits seit vielen Jahrhunderten bekannt ist, dass Wasser, welches in die Stoß- und Lagerfugen eindringt, in Verbindung mit Frosteinwirkungen jedes Mauerwerk nachhaltig zerstören kann. In jüngerer Zeit können die Mauerabdeckungen auch aus Blechprofilen oder aus gebrannten Ziegeln und ähnlichem bestehen.

Die Einhäuptige Mauer unterscheidet sich von der Zweihäuptigen Mauer dadurch, dass diese an einer Seite (der Rückseite) mit Erde angefüllt ist, sodass nur eine der beiden Wandoberflächen sichtbar ist. Es handelt also um die klassische Schwergewichtsmauer oder Stützmauer.

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